Yoga Hamburg

Schmerz

Wenn die Migräne kommt, packt sie mich und zieht mich an einen düsteren Ort, an dem nur Schmerz existiert. Sie sitzt fest in meinem Nacken, wandert den Kopf hoch zu den Augen und greift dann die Ohren an. In den schlimmsten Fällen folgen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Die Migräne lähmt mich, zieht mich raus aus dem Leben. Es geht nichts mehr.

Zweifel

Die Migräne ist eine riesige Herausforderung an mich. Meine yogische Praxis hilft mir und ich übe, die Schmerzen zu akzeptieren, im Moment zu sein, zu entspannen, mir keine Sorgen zu machen. Ich übe, meine Gedanken zu beobachten und den negativen Gedanken nicht nachzugehen. Aber das gelingt nicht immer. Oft kommen auch Gedanken auf wie: was habe ich falsch gemacht, dass ich so schlimme Schmerzen bekomme? Womit habe ich das verdient? Warum werde ich jetzt daran gehindert, das zu machen, was ich eigentlich machen wollte? Jetzt habe ich doch so viel für meine Gesundheit und meine persönliche Weiterentwicklung getan, warum werde ich trotzdem bestraft?

Wenn die Migräne nachlässt, zieht sie häufig noch eine schwere Stimmung nach sich. Ich hinterfrage den Sinn des Lebens und sehe alles in einem  düsteren Licht. Dann hebt sich der Vorhang wieder, der düstere Schleier verschwindet und ich fühle mich, als komme ich aus den tiefsten Tiefen wieder zurück ins Leben. Dieser Prozess kann einen Tag oder auch 5 Tage dauern.

Yoga hilft

In ihrem Podcast spricht Dr. Janna Scharfenberg über Migräne und Spannungskopfschmerzen. Als sie davon sprach, dass ein Migräne-Anfall ein sehr einschneidendes Erlebnis ist, schossen mir die Tränen in die Augen. So richtig hatte ich mir zuvor wohl nicht eingestanden, wie schlimm das für mich ist.

Meine Yogapraxis hilft mir sehr im Umgang mit der Migräne und die Attacken sind in den letzten Jahren sehr viel seltener geworden. Zuletzt war ich ein halbes Jahr beschwerdefrei und ich hatte ehrlich gesagt gedacht, es sei überstanden. Ich hatte schon ganz vergessen, wie schlimm so ein Anfall ist, bis mich vor wenigen Tagen sehr überraschend ein richtig heftiger Anfall daran erinnert hat.

 

Akzeptanz

Mit klarem Kopf ist mir wieder bewusst, dass in allem ein Sinn steckt, dass das Leben es gut mit mir meint und die Migräne mein Helfer ist und nicht mein Feind. Obwohl ich genau weiß, dass ich viel Ruhe, meine regelmäßige Yogapraxis und einen geregelten Tagesablauf brauche, weiche ich immer  wieder davon ab. Dann gerate ich aus dem Gleichgewicht und tendiere dazu, mir viele Gedanken und Sorgen zu machen. Die Migräne ist wohl die sehr deutliche Erinnerung daran, bei mir zu bleiben, mir Zeit zu nehmen und den Kopf auszuschalten. Die Schmerzen machen mich demütig, dankbar dafür, dass ich ansonsten kerngesund bin und sie zeigen mir, wie unfassbar gut es mir normalerweise geht. So häufig laufe ich durch die Gegend und könnte platzen vor Glück, weil ich mein Leben so schön finde.

Alles ist, wie es sein soll und alles verändert sich immer – also übe ich mich darin, die Migräne zu akzeptieren und gleichzeitig bemühe ich mich, sie nicht mehr zu brauchen. Es ist ein Prozess.

Namaste,

Eure Lea

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