Yoga

1. Woche des Yoga teacher trainings: Mit dem Satz „Burn yourself into the yogic fire“ werde wir hier gerade täglich dazu gebracht alles zu geben. Seit einer Woche bin ich nun in meiner Ausbildung zur Yogalehrerin und erlebe hier eine sehr intensive Zeit. Wir sind eine Gruppe von 13 Studenten (10 Frauen und 3 Männer) aus aller Herrenländer (China, Malaysia, Korea, Argentinien, Kanada, Spanien, Frankreich, England und Deutschland) im Alter von 25 bis 52 Jahren. Von Montag bis Samstag haben wir täglich einmal Pranayama (Atemübungen), 2 Asana-Klassen (praktisches Praktizieren der Yogaübungen unter Anleitung), 2 Theorie-Klassen (Philosophie und Anatomie), Zeit für selbstständiges Praktizieren und Studieren der entsprechenden Literatur und einmal Meditation.

Yoga

Puja – Eröffnungszeremonie

Zu Beginn der Ausbildung wurde eine Puja abgehalten. Etwas befremdlich war diese Zeremonie für mich schon, da ich die Mantren bzw. Gebete nicht verstanden habe und ich nicht wusste, warum ich Erde ins Feuer werfe, dreimal im Kreis um das Feuer laufe und die Kerze vor die Götterstatuen halte. Inzwischen weiß ich, dass wir in der Puja um den bestmöglichen Verlauf unserer Ausbildung gebeten haben. Wie Krishna uns nach der Zeremonie erklärt hat, hat eine Puja nichts mit Yoga zu tun, sondern mit indischer und hinduistischer Tradition. Unsere Ausbildung hier ist zwar von dieser Tradition beeinflusst, es wird aber klar abgebgrenzt, was Yoga und was Tradition bzw. Religion ist.

Yogafamily und Mitgefühl

Nach der Puja haben unsere Lehrer Krishna und Sangheeta uns in ihre Familie aufgenommen. Auch wenn sich das erst mal kitschig anhört, macht das irgendwie total Sinn. Krishna sagt immer, dass er sich seine Studenten genauso wenig aussuchen kann, wie seine biologische Familie. Deswegen akzeptiert er jeden wir er ist und behandelt uns tatsächlich alle gleich. Krishna und Sangheeta sind streng mit uns und erwarten Disziplin. Wenn Fehler gemacht werden reagieren sie aber mit viel Verständnis und Mitgefühl. Sie selbst schenken uns immer vollen Einsatz und Aufmerksamkeit und das macht es leicht, das Gleiche zurückzugeben. Die beiden verkörpern in jeder Minute genau das was sie uns lehren.

Traditionelles Yoga versus westliches Yoga

Die Schule erfüllt, was ich mir von einer traditionellen Ausbildung gewünscht habe. Mir wird einmal mehr bewusst, wie sehr das Yoga im Westen von der Leistungsgesellschaft beeinflusst ist. Hier wird sehr viel Wert auf das Fundament gelegt und auch die noch so einfache Pose wird durch die genaue Ausrichtung und das Aktivieren der gesamten Muskulatur zu einer Herausforderung. Unsere Lehrer achten genau darauf, dass wir nur so weit in eine Pose gehen wie es für unseren Körper richtig ist. Dadurch arbeiten wir intensiv daran, unsere eigenen Grenzen zu akzeptieren und gleichzeitig Entwicklung möglich zu machen. Es geht also nicht darum, uns zu verdrehen wie Brezeln und kopfüber auf einer Hand zu stehen.

Yoga in Indien

Worum geht es im Yoga?

Anhand der ursprünglichen Yogaliteratur und mit Hilfe von modernen Beispielen wird uns hier vermittelt worin es im Yoga wirklich geht. Bei traditionellem Yoga handelt es sich nicht um eine Sportart oder Entspannungsmethode, die man einmal die Woche in einem Studio ausübt, sondern um einen Lebensstil. Das Ziel der Yogapraxis besteht in der Ausgeglichenheit des Geistes und der Kontrolle über unsere Gedanken. Kurz gefasst geht es darum, in jeder Lebenslage Ruhe zu bewahren und in Harmonie mit sich und seiner Umwelt zu leben. Der positive Einfluss auf unseren Körper ist ein willkommener Nebeneffekt.

Die Philosophie, die wir hier vermittelt bekommen, entspricht genau meiner Weltanschauung und bestätigt mich darin, diesen Yogaweg weiterzugehen. Die nächsten 2 Monate werde ich jedenfalls kaum etwas anderes machen, auch wenn ich schon jetzt manchmal von einem faulen Tag am Strand träume – und von Pizza!

Für heute Ende ich mit den Worten von meinem Lehrer Krishna:

Namaste – Thank you – I love you

2 Kommentare
  1. Maren
    Maren sagte:

    Spannend! Ich kann mir gut vorstellen, dass das vor allem mental richtig anstrengend ist. Um so schöner, dass es dem entspricht, was du dir erhofft und gewünscht hast, Lea ☺️

    Antworten

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