Rishikesh

Tag 1 und 2 in Rishikesh

Aufregung im Flieger

Häufig wurde ich vor meiner Abreise gefragt, ob ich eigentlich gar keine Angst hätte und mir wurde gesagt, dass mein Vorhaben sehr mutig sei. Ich konnte damit bisher nicht viel anfangen. Bis zu meinem Abflug habe ich keine einzige Sekunde an diesem großen Traum gezweifelt. Als ich im Flieger saß, hat mich die Aufregung dann aber erwischt. Einerseits ist in mir die ganze Zeit eine tiefe Ruhe und Zuversicht, andererseits kamen plötzlich Gedanken auf wie „Was mache ich eigentlich hier? Bin ich wahnsinnig geworden? Ich kenne da doch überhaupt niemanden! Vielleicht sind 2 Monate nur Yoga und Meditieren total übertrieben?!“

Ankunft in New Delhi und Dehradun

Als ich mit mehreren Stunden Verspätung in New Delhi ankam und das Flugzeug verließ schlug mir dann dieser würzig-herbe Geruch entgegen, der mir aus meinen 4 vorangegangenen Indienreisen schon so vertraut ist. Dieses Land fühlt sich für mich immer wieder sehr fremd und gleichzeitig unfassbar vertraut an. In meinem bereits gebuchten Hotel verbrachte ich ganze 4 Stunden bevor es nach einer sehr kurzen Nacht wieder zum Flughafen ging zu meinem Weiterflug nach Dehradun. Dort habe ich am dritten Geldautomaten endlich Geld abheben können und mir wurde einmal mehr bewusst, für wie selbstverständlich ich es in Deutschland nehme, dass immer alles funktioniert und man zumindest an materiellen und praktischen Dingen immer alles bekommen kann was man möchte.

Ankunft in RishikeshDirekt nach Abfahrt mit dem Taxi Richtung Yoga-Schule in Rishikesh lag eine Kuh gemütlich mitten auf der Straße und am Straßenrand saß ein Affe nach dem anderen – willkommen in Indien! Trotz der idyllischen Taxifahrt durch viel Grün und entlang des Ganges stieg in mir Anspannung auf und ich fragte mich, ob es mir in der Yogaschule gefallen wird und wie die anderen Schüler wohl sein werden.

Schock in der Yoga-Schule

Die Begrüßung dort war sehr nett und es gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Dann der Schock: Ich wurde gefragt, ob ich mir ein Zimmer mit jemandem teilen könnte, weil es bei der Planung einen Fehler gegeben hätte. Vor einigen Jahren hätte ich vermutlich Ja gesagt, um mit niemandem anzuecken, aber zum Glück war ich in der Lage für meine Bedürfnisse einzutreten und zu sagen, dass mir ein Einzelzimmer sehr wichtig ist. Ganz ist das Thema noch nicht vom Tisch, da heute noch einige Schüler anreisen, aber im Moment habe ich ein tolles sauberes Zimmer ganz für mich allein.

Traveller-Leben in Rishikesh

RishikeshAm Nachmittag ging es mit einigen Mitstudentinnen in den Ort zum Kaffee trinken. Dort herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre und überall hängen Schilder mit Aufschriften wie Ashram, Yoga, Meditation. Meine Bedenken die unerfahrenste und älteste Schülerin im Kurs zu sein wurden in den interessanten Gesprächen schnell zerstreut und ich hatte das Gefühl genau dort zu sein wo ich sein soll.

Nach kurzer Zeit bekamen wir Gesellschaft von zwei Argentiniern – Vater und Sohn – die gemeinsam durch Indien reisen und ihrer Yoga-Leidenschaft nachgehen. Der Vater hörte nicht auf zu betonen, dass ich eine ganz besondere Ruhe ausstrahle und er das erst selten bei Menschen erlebt hätte. Wie ich es bereits öfter gehört habe sagte auch er, dass er sich durch meine Anwesenheit ruhig und entspannt fühle und dass das eine besondere Gabe von mir sei. Mich freuen diese Worte sehr, weil ich Entspannung für so unfassbar wichtig halte und ich tatsächlich gerne mehr Entspannung in die Welt bringen möchte.

 

Kürbis Masala mit Chapati for Dinner

Beim Abendessen in der kleiner Dining Hall, in der alle im Kreis am Boden sitzen, drehten sich die Gespräche dann viel, um unsere bevorstehende Ausbildung. Alle sind sehr gespannt unseren Yogalehrer Krishna Sikhwal zu treffen und jedem ist bewusst, dass uns eine sehr intensive und fordernde Zeit bevorsteht. Heute Abend ist die Eröffnungsveranstaltung und ab morgen wird es ernst.

 

2 Kommentare
  1. Maren
    Maren sagte:

    Schöne inspirierende Eindrücke eines anderen Landes – mit allen Hochs und Tiefs! Wie spannend und aufregend
    Es hört sich nach einem angenehmen Start im Yogazentrum mit freundlichen Menschen an. Ich wünsche dir eine tolle Zeit und viele schöne Erfahrungen

    Antworten

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