Vor drei Jahren habe ich in Indien Dr. Chandra Kumar, einen Yogalehrer und Mediziner kennengelernt. Zuerst habe ich seine Yogklassen besucht und ihn dann gefragt, ob er auch Meditation unterrichten würde. Er bejahte und bat mich, am nächsten Morgen um 7 Uhr in die Yoga-Schule zu kommen.

Gesagt – getan. Nach einem 20-minütigen Spaziergang entlang der Steilklippe kam ich pünktlich an. Wenn ich dort zum Yoga hinging, standen meist schon einige Paare FlipFlops vor dem Eingang. Diesmal stand da nur ein Paar – das des Lehrers. Ich dachte mir, dass die anderen schon noch kommen würden und nahm schonmal Platz. Chandra und ich fingen an uns zu unterhalten und ich fragte ihn, welche Form der Meditation wir denn Praktizieren würden. Seine Antwort: „We will chant OM.“ „Mist!“ dachte ich mir und ging im Kopf die Möglichkeiten durch, wie ich mich vor der Meditation doch noch drücken könnte. Da ich mich nicht in eine Maus verwandeln und unauffällig abhauen konnte, blieb ich aber dort.

Meditation Hamburg

Ich blieb die einzige Schülerin. Chandra erklärte mir, dass wir in vier verschiedenen Stufen „OM“ rezitieren werden – erst laut, dann mental, und dass ich zu jeder Zeit versuchen solle, meinen vollen Fokus auf dieses Mantra zu richten. Ich blendete also aus, dass ich in einer offenen Yoga-Shala saß und mich die Ladenbesitzer, die nebenan ihre Geschäfte öffneten, und die vorbeilaufenden Touristen hören konnten. Ich folgte Chandras Anweisungen, saß aufrecht, rezietierte OM erst mit tiefer Atmung, dann mit normaler Atmung, dann nur noch mit den Lippen und dann in meinem Kopf. Und was soll ich sagen? Es funktionierte.

Ab diesem Morgen saß ich dort für die nächsten 3 Wochen jeden Morgen um 7 Uhr. Manchmal alleine, manchmal mit Freunden von Chandra, die auch zu meinen Freunden wurden, und manchmal mit anderen Touristen. Sogar mein 4tägiges Vipassana-Retreat sagte ich dafür ab. Ich lernte, dass es sich bei dieser Technik um die MSRT (mind sound resonance technique) – Meditation handelt, eine aus dem Yoga stammende Entspannungstechnik, der eine hocheffektive Wirksamkeit auf Körper und Geist nachgesagt wird und die in Indien auch von der Wissenschaft und Ärzten viel empfohlen wird.

 

Meditation Hamburg

In diesen drei Wochen hatte ich sehr intensive Meditationserfahrungen. Alte Gefühle und Erinnerungen kamen hoch und konnten sich lösen und ich habe vollkommene Stille und Zeitlosigkeit erlebt. Die schönste Erfahrung war, als ich meinen Körper als Gefäß wahrgenommen habe und sich mein Bewusstsein über meinen Körper hinweg ausgedehnt hat. Nach dieser Meditation sagte ich zu Chandra: „That was crazy. I felt like an empty bottle.“ Chandras Antwort war: „Thats good. You are connecting with the universe.”

Klingt etwas abgedreht? Das ist durchaus möglich. Aber neue Erfahrungen machen und tief in sich reinschauen ist doch echt super spannend. Wenn du magst, komme gerne zu einem meiner Meditationsabende in Hamburg. Wenn du lieber alleine mit mir meditieren magst, ist das auch möglich. Ich freue mich darauf, diese Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen.

Alles Liebe und Namaste,

Lea

2 Kommentare
  1. G
    G sagte:

    Ausblenden. Genau gelingt mir nicht. Ich kann mein Feld ausblenden, aber meine Gedanken nicht. Und deshalb ist die Meditation für mich noch ferner Zukunft. Ausblenden schaffe ich eher durch Bewegung (Sport, Yoga etc). Es ist mehr ein „Focus shift“, weg von den Gedanken und hin zur Bewegung und Körpergefühl. Vermutlich könnte ich nach einer Stunde Yoga meditieren im Sinne von „gedankenleer“ werden können aber der Tag hat bekanntlich nur 24 Stunden…

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    • Lea2018
      Lea2018 sagte:

      Ich weiß was du meinst! Aber dieser Shift ist ja auch genau was man beim Meditieren macht. Man sucht einen Fokus, auf den man seine Aufmerksamkeit richtet, um sie von den Gedanken wegzulenken – das kann der Atem, ein Mantra oder auch Bewegung sein. Meditieren muss nicht immer heißen, dass man völlig gedankenleer wird. Mit regelmäßiger Praxis und Übung kann es aber immer häufiger passieren. Ich glaube du bist viel näher am Meditieren als du denkst 😉

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