In den beiden vorangegangenen Blogartikeln Menstruation – der Zyklus der Frau aus Sicht des Ayurveda (Teil 1) und Menstruation – der Zyklus der Frau aus Sicht des Yoga (Teil 2) hast du erfahren, wie dich Yoga und Ayurveda in deinem Zyklus unterstützen können.

Im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus wird auch immer wieder der Mond genannt. Doch was hat es damit auf sich?

Im Yoga wird die weibliche Energie mit dem Mond in Verbindung gebracht, der genauso wie die Frau monatlich durch Phasen läuft und die männliche Energie mit der Sonne, die dagegen statisch ist. Die weibliche Energie steht für Fühlen und Intuition und die männliche Energie für das Denken und Tun.

In diesem Artikel liest du, wie die Phasen des Mondes dem weiblichen Zyklus zugeordnet werden und wie der Mond bei unregelmäßiger oder ausbleibender Menstruation helfen kann.

 

Der Mond und die Menstruation

So wie der weibliche Zyklus im Ayurveda den verschiedenen Doshas zugeordnet werden kann, so kann er auch mit den Phasen des Mondes in Zusammenhang gebracht werden. Immerhin entspricht die Länge eines Mondzyklus der durchschnittlichen Länge des Menstruationszyklus der Frau: etwa 29 Tage. Die Phasen werden wie folgt zugeordnet:

  • Neumond: Phase der Menstruation
  • Zunehmender Mond: Follikelphase (von Ende der Blutung bis Eisprung)
  • Vollmond: Eisprung
  • Abnehmender Mond: Lutealphase (nach dem Eisprung bis Einsetzen der Blutung)

Es heißt, dass Frauen, als sie noch nicht dem künstlichen Licht ausgesetzt waren, überwiegend in diesem Rhythmus im Einklang mit dem Mond ihre Menstruation hatten. Die Wissenschaft hat sich schon mit dieser Thematik beschäftigt und festgestellt, dass auch heute noch überdurchschnittlich viele Frauen ihren Eisprung zum Vollmond oder kurz danach haben. Woran das liegt, ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Wenn eine Frau zum Neumond ihre Periode hat und zum Vollmond ihren Eisprung, spricht man von dem weißen Mondzyklus. In diesem Fall ist der Organismus ideal auf Fortpflanzung eingestimmt, da die Vollmondenergie die Libido und die Fruchtbarkeit während des Eisprungs noch verstärkt.

Bei einer Menstruation zum Vollmond und einem Eisprung zum Neumond wird von einem roten Mondzyklus gesprochen. Dies wird zum Teil so ausgelegt, dass die Frau ihre Sexualität nicht in erster Linie für die Fortpflanzung auslebt. Eine interessante Interpretation.

In der spirituellen Szene wird es häufig so dargestellt, als wäre eine Frau nur dann richtig im Einklang, wenn sie mit dem Neumond menstruiert. Dies ist so jedoch nicht richtig. Jede Frau und jeder Körper sind verschieden und der Zyklus wird von vielen Faktoren beeinflusst. Daher ist es wichtig, den eigenen Zyklus zu akzeptieren und keinen falschen Idealen nachzueifern.

Für gewöhnlich pendelt der Zyklus einer Frau im Laufe ihres Lebens hin und her, so dass wohl jede Frau mal im weißen und mal im roten Mondzyklus menstruiert und natürlich auch dazwischen. Es kann jedoch interessant sein, diesen Zusammenhang mal bei sich zu beobachten. Denn genauso wie sich die Menstruation auf das Wohlbefinden und das Energielevel einer Frau auswirkt, so tun dies auch die Phasen des Mondes. Bei feinfühligen bzw. mondfühligen Frauen ist sogar eine Verstärkung von Symptomen wie PMS möglich, wenn sie im weißen Mondzyklus menstruiert, da sie dann zeitgleich den Mondenergien und denen von ihrem Zyklus ausgesetzt ist.

 

Doch wie kann der Mond von Nutzen sein?

Bei Frauen mit sehr unregelmäßigem oder ausbleibendem Zyklus kann der Mond helfen. An dieser Stelle sei betont, dass dies keinen Besuch beim Arzt ersetzen soll und keine medizinische Therapie darstellt. Doch gerade bei hormonellen Dysbalancen ist es sinnvoll ganzheitlich an die Lösung heranzugehen und die innere und emotionale Ebene miteinzubeziehen. Stress hat einen enormen Einfluss auf unseren Hormonhaushalt. Sich mehr mit sich zu verbinden und Ruhe zu finden kann daher sehr hilfreich sein.

Wie bereits beschrieben sind Frauen zyklische Wesen. Doch wir leben in einer Gesellschaft, die sehr von männlicher Energie geprägt ist, die dagegen statisch ist. Männliche Energie steht für Denken, Aktivität, Produktivität und Struktur. Weibliche Energie steht für Fühlen, Ruhe, Hingabe und Intuition. Oft haben wir das Gefühl, immer funktionieren und immer gleich leistungsstark sein zu müssen. Das bringt uns weg vom Fühlen und von unserer Weiblichkeit.

Wenn dein Zyklus sehr unregelmäßig ist oder ausbleibt, kannst du die Phasen des Mondes nutzen, um dich wieder in das zyklische Dasein hineinzufühlen und mehr mit deiner Weiblichkeit zu verbinden.

 

Mit dem Mond in die Weiblichkeit

Schaffe dir dafür am besten einen Mondkalender an oder lade dir eine Mond-App herunter. So weißt du immer genau, in welcher Mondphase wir uns gerade befinden und kannst dein Verhalten entsprechend anpassen. Mache dir die Energien des Mondzyklus bewusst und stelle dir vor, was in deinem Körper passieren würde, wenn du dich in der entsprechenden Phase deines Zyklus befinden würdest.

 

Neumond (Menstruation)

Bei Neumond befindet sich der Mond gemeinsam mit der Sonne unterhalb des Horizonts, so dass der Mond am Nachthimmel nicht sichtbar ist.

Verhalte dich zu dieser Zeit so, wie es auch für eine Frau während der Blutung ratsam wäre. Plane dir bewusste Zeit für dich ein und gönne dir Ruhe. Wenn du dir Pausen gönnst, wirst du später auch wieder mehr Energie haben und alle Aktivitäten werden dir leichter von der Hand gehen.

Du kannst dich in dieser Zeit ganz besonders verwöhnen, dir z.B. ein tolles Essen oder ein Bad gönnen – Zeit für Selfcare und Selbstliebe.

Nutze diese Zeit auch, um in dich reinzuhören, neue Ideen zu sammeln, neue Pläne zu schmieden und neue Intentionen zu setzen. Meditation und Jounaling können hilfreiche Tools sein. Mache dir bewusst, was du im alten Zyklus lassen und im neuen Zyklus erschaffen möchtest.

 

Zunehmender Mond (Ende der Blutung bis Eisprung)

Der zunehmende Mond ist die erste Mondphase des Zyklus. Der Mond wird als Sichel sichtbar und nimmt an Größe zu.

Auch im Körper der Frau steht in dieser Zeit alles auf Aufbau und ihre Energie nimmt wieder zu. Dementsprechend kannst du jetzt wieder aktiver werden und sportlichen Aktivitäten nachgehen. Es ist eine gute Zeit, Pläne umzusetzen, da der Verstand wach und klar ist. Du bist gut geerdet, ruhst in dir und kommst immer mehr in deine Kraft. Wenn du Yoga praktizierst, ist dies eine gute Zeit für körperlich aktives Yoga (z.B. Ashtanga, Vinyasa, Hatha Yoga).

 

Vollmond: Eisprung

Alle drei Himmelskörper positionieren sich auf einer Linie, wobei sich Sonne und Mond auf entgegengesetzten Seiten der Erde befinden. Die Sonne leuchtet jetzt die der Erde zugewandte Mondseite ganz aus und der volle Mond ist die ganze Nacht am Himmel zu sehen.

Auch die Frau wird jetzt voll sichtbar. Der Eisprung steht für die Blütezeit der Frau. In dieser Zeit haben Frauen oft eine besonders schöne Ausstrahlung und ziehen die Blicke auf sich. Jetzt kannst du dir besonders wichtige Termine legen, dich voll in deine Weiblichkeit einfühlen, präsent, energiegeladen und aktiv sein. Der Höhepunkt des Zyklus ist erreicht.

Bei all der Präsenz im Außen, vergiss aber auch nicht das Innen. Dies ist eine gute Zeit, dich in Dankbarkeit und Vergebung zu üben, z.B. in Form von Meditation und Jounaling.

Der Vollmond gilt als die kraftvollste Zeit im Verlauf des Mondzyklus. In dieser Zeit kannst du mental oder auch ganz praktisch dein zu Hause ausmisten. Lasse Altes los und öffne dich für Neues.

Abnehmender Mond (nach dem Eisprung bis Einsetzen der Blutung)

Der Beleuchtungsgrad durch die Sonne verringert sich langsam wieder, der Vollmond bekommt zunächst eine Delle und die Fülle nimmt immer weiter ab.

Mit dem Mond nimmt auch die Energie der Frau langsam wieder ab. So weit es möglich ist, kannst du in deiner Planung nun zunehmend mehr Ruhezeiten und Pausen einplanen. Auch deine körperlichen Aktivitäten kannst du anpassen. Wenn du Yoga übst, kannst du jetzt mehr Yin und Meditation praktizieren und weniger körperlich aktive Yogastile.

 

Fazit

Was hat es nun mit dem Zusammenhang zwischen Menstruation und dem Mond auf sich? Auch wenn dies nicht wissenschaftlich geklärt ist, so verwundert es doch nicht, dass der Mond, der für Ebbe und Flut verantwortlich ist, auch einen Einfluss auf den Menschen hat, der zu etwa 70% aus Wasser besteht. Doch auch wenn man nicht an eine Wirkung des Mondes auf den Menschen glaubt, so stellt er doch ein schönes Symbol für Weiblichkeit und das zyklische Dasein dar.

Sich durch den Mond mit der eigenen Weiblichkeit zu verbinden kann ein wertvolles Hilfsmittel bei hormonellen Dysbalancen sein und Frauen zu einem liebevollen Umgang mit sich und ihrer Weiblichkeit verhelfen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.